Verfasst von: iza1988 | November 29, 2007

Armut in Deutschland

manchmal kann ich mich wirklich nur wundern mit welchen scheuklappen manche menschen durchs leben gehen. da behauptet doch tatsächlich ein professor in seiner vorlesung, in deutschland gebe es gar keine wirkliche armut. aus gründen der anonymisierung nenne ich diesen hernn mal prof. dr. jürgen m.

sehr gewagte these für einen beamten, der mit seinen nebentätigkeiten gut zu tun hat…

ein blick hier ins umfeld der uni hätte gereicht, um vom gegenteil überzeugt zu werden, aber diese leute wollen ja gar nicht sehen, was nicht in ihre obskuren modellwelten passt. keine fünf minuten vom fachbereich entfernt befindet sich eine armenspeisung, unweit von einem hotel der gehobenen kategorie, in dem auch m. gelegentlich seine gäste unterbringt. er könnte von seinem lehrstuhl aus gesehen aber auch in die andere richtung gehen. dort befindet sich ein relativ großer supermarkt, auf dessen gelände (gar nicht mal so selten) menschen anzutreffen sind, die in den müllcontainern wühlen oder die einkaufswagen nach vergessenen eurostücken absuchen. sollte er auch dazu zu bequem sein, so findet er armut auch ganz einfach auf dem uni-campus. hier findet sich jeden tag um die nachmittagszeit ein ziemlich ungepflegter mensch ein, der das gelände nach pfandflaschen absucht und dessen not wohl auch so groß ist, dass er sogar die mülleimer durchwühlt. beschämend…

dass dann von einem beamten mit seiner versorgungsmentalität solche behauptungen aufgestellt werden, ist eigentlich unglaublich. aber wer nicht sehen will, der sieht auch nicht…

ist natürlich auch bequemer als professor bis zur pensionierung jeden monat ohne große gegenleistung seine überweisung vom staat zu kassieren. der lebenslauf dieses herrn besteht bisher aus schule -> uni -> verbeamtung. tolle leistung!

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Responses

  1. armut lässt sich immer relativiern, wenn man von anderen ländern spricht oder anderen zeiten, das ändert aber nicht die tatsache, dass etwas gegen die bestehende und vor allem vor der Nase liegende Armut getan werden muss.

  2. vor allem ist dieser beamte offensichtlich der ansicht, dass armut erst dort beginnt, wo menschen verhungern.

  3. in einer urkapitalistischen weltsicht ist das sicher irgendwie richtig
    aber das ist jetzt schon lange vorbei

  4. mein prof würde jetzt glaube ich schreiben „leider vorbei“. in dessen weltbild verarmen nämlich nur faule drückeberger…


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